OskarMaria lebt und arbeitet in Frankfurt - hier mit Sohnemann. Wenn freie Zeit fürs Internet bleibt, dann wühlen wir im Internetsumpf, manchmal mit überraschenden Ergebnissen. Lieblingszitat: "Von den Dreien, Staat, Regierung und Ich - bin ich der stärkste. Das merkt euch!" (Ret Marut aka B. Traven im Ziegelbrenner)
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York. Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Am gestrigen Sonntag war das eDonkey-Netzwerk platt. Gleichzeitig waren einige
große Server ausgefallen, mehrere hunderttausend Nutzer verloren so ihre
Anbindung und versuchten sich auf die verbliebenen Server zu verbinden. Unter
der Last der vielen Anfragen ging bei diesen dann auch nichts mehr. Damit kam
eine Welle von Anfragen auf die Diskussionsforen zu, die eMule-Support bieten
und zwang diese ebenfalls in die Knie. Das
Board der Entwickler von eMule war am gestern so langsam, dass kaum eine
Anfrage durchkam. Noch liegen die Ursachen für den Crash im Unklaren, angeblich
soll eine Sicherheitslücke in der Software für
eDonkey-Server für
den Ausfall verantwortlich sein. Doch der gestrige Vorfall zeigt auch, wie
schnell das FileSharing-Netzwerk ausgehebelt werden kann.
Das Forum WebhostingTalk.de ist am Dienstag auf ein vB umgestiegen. Das Team erhofft sich damit dem Komfort die Nutzer zu erhöhen.
Leider war damit verbunden, dass die alten Datenbank nicht übernommen werden konnte. Deswegen musste das Board wieder von Vorne anfangen, doch die ersten Besucher und Diskussionen sind bereits wieder vorhanden.
Leider war es mir in den letzten zwei Monaten nicht möglich, die BoardNachrichten aktuell zu gestalten. Auch früher gab es hin und wieder längere Pausen, wenn ich viel zu tun hatte. Doch diesmal lagen die Dinge etwas anders.
Zuerst waren es private familiäre Gründe, die mich im April zwangen, etwas mehr Aufmerksamkeit meiner Familie zu widmen. Alles war völlig undramatisch, aber es blieb keine Zeit und keine rechte Lust mehr fürs Internet. Doch kaum hatte sich die Situation etwas verbessert, ist meine langjährige Lebenspartnerin sehr schwer erkrankt und es ist noch völlig unklar, wie die Sache ausgehen wird.
Ab nächster Woche will ich wenigstens die News auf einem etwas niedrigen Niveau wieder aktuell halten. Zu mehr reicht im Moment meine Zeit und Energie nicht. Ich bitte das zu entschuldigen.
Nachdem in den letzten Wochen zuerst der Webserver defekt war und danach das
Board nicht mehr unter der gewohnten Adresse erreichbar war, soll beim gEB jetzt wieder alles
normal laufen. Dazu informiert ein Rundschreiben der Boardleitung:
Die Film-Tutorials.de Community wurde komplett neu gestaltet,
befindet sich aber noch in der Beta-Phase. Im Moment gibt es bereits 12
Lehrfilme zu Photoshop und Cinema 4d.
OS (Operating System) & Coding Support Board geht Online
Geschrieben von OskarMaria
Dienstag, 17. Juni 2003
Ein weiteres Projekt von kj187 ist Online gegangen.
Diesmal handelt es sich um ein Support Board für die Themen OS - Operating System (dt. Betriebssystem) und sämtliche Programmiersprachen.
Genau ein Jahr ist es her, da berichteten die BoardNachrichten über
die Prao-News und Newsticker.to. Die Prao-News waren eine dem Prao-Board(Prao=porn
request and offering) angeschlossene Nachrichtenseite, Newsticker.to
lieferte eine Laufschrift mit angeblichen Nachrichten dazu und unterhielt selbst
ein Newsprojekt. Doch statt richtigen Nachrichten erhielten die Leser nur eine
Menge Links, von denen eine große Anzahl zu Dialer-Seiten oder kommerziellen
Pornolieferanten führten. Öffentlich wollte niemand für diese Beutelschneiderei
verantwortlich sein, obwohl Computer,
Chef des WbC-Boards, auch als
Administrator des Praos verantwortlich zeichnet. Doch jetzt ein Jahr danach
erreichte uns eine neue, zusätzliche Bestätigung der alten Geschichte.
Gegründet wurde das Board von ehemaligen
gEB-Mitgliedern, während dessen
Auszeit vor etwa einem dreiviertel Jahr. Geblieben sind die, die die drastischen
Veränderungen dort nicht mitmachen wollten. Wir reden vom
Off-Topic-Board, das im
letzten Jahr einen schnellen Zuwachs an Mitgliedern und Beiträgen zu verzeichnen
hatte.
Wieder wurde die Webseite phpNuke.org gehackt und
der Inhalt einiger Beiträge verändert. Offensichtlich wurden bereits wieder
neue, schwerwiegende Sicherheitslücken bei dem OpenSource-Programm entdeckt und
ausgenutzt. Inzwischen wird von zahlreichen anderen Seiten berichtet, die
bereits ebenfalls Opfer eines Angriffs wurden. Allen phpNuke-Nutzern ab Version
5.5 aufwärts wird dringend ein Sicherheitsupdate empfohlen.
Piratenkapitän im Ruhestand Randolf
Jorberg, ehemals aka Gulli, lässt sich in Kapstadt die Sonne auf den
Pelz brennen . Da kann er offensichtlich in Ruhe seinen Piratenschatz
genießen, den ihm der Verkauf seines Flagschiffs Gulli in die Kassen
gespült hat. Ende 2007 hatte seine Firma Fliks GmbH noch ca 155 TSD Euro
Gewinnrücklagen in der Bilanz, ein Jahr später sind laut Bilanz die Gewinnrücklagen auf
2.385 TSD Euro angewachsen. OskarMaria, 01.03.2010
Seit über zwei Jahren hat der Autor als DNS-Server in seinem Netzwerk die Domains von OpenDNS eingestellt. Der Grund war nicht die aktuelle Debatte über Kinderporno und andere Zensurbestrebungen. Nein - die von meinem Provider zur Verfügung gestellten dns-Server waren einfach zu manchen Uhrzeiten kaum zu erreichen. Die Umstellung brachte Abhilfe.
Gerade mal bei einem Hoster nach dessen vServer-Angebote vorbeigeschaut. Beim Aufruf von "http://www.vlinux.de" meldet OpenDNS eine Phishing-Seite und blockiert den Aufruf. Schnell den Inhaber kontaktiert. Der antwortet sofort: "OpenDNS zeigt sich leider seit einem Jahr unfähig, diese sinnlose Sperre, die durch gehackte v-Server unterhalb der vlinux.de Domain verursacht wurde, zu entfernen."
Da haben wir sie mal wieder - jene Zensur. Die Einen wollen Seiten sperren wg Kinderporno. Es wird ein intransparentes und kontrollresistentes System ausgedacht, mit dem man weit mehr aussperren kann als Kinderpornos. Die Anderen wollen Phishing verhindern und schaffen dabei ein intransparentes und korrekturresistentes System. Die Wirkung ist identisch.
MedienanwaltChristian Scherz scheint in
Berlin bei den Gerichten einen besonderen Status zu haben. Anders
sind einige Entscheidungen nicht zu verstehen. Denn nur allzu leicht
gelingt es ihm dort, mit einstweiligen Verfügungen zum Erfolg zu
kommen.
Zum Beispiel im Fall der No Angel-Sängerin Nadja
Benaissa. Da gibt ein Darmstädter Staatsanwalt eine Presseerklärung
zu ihrer Verhaftung ab, ein Berliner Landgericht verbietet auf Antrag
der Kanzlei Scherz der Zeitung "Bild" die Veröffentlichung. Soviel
Irrsinn ist kaum zu glauben - die Weiterverbreitung einer
öffentlichen Erklärung einer Justizbehörde wird durch ein Gericht
verboten.
Ähnlich gelagert ist ein anderer
Fall, über den wir hier berichtet haben. Anwalt Scherz beantragte
und bekam eine Verfügung gegen Gerichtsreporter Rolf Schälike auf
Basis des Stalker-Paragraphen. Seine häufigen Veröffentlichungen
über Anwalt Scherz auf buskeismus.de wurden vom Berliner Gericht als
Nachstellungen gewertet. Dabei liegt das in der Natur der Sache.
Schälike berichtet in der Regel von den etwas merkwürdigen
Entscheidungen der Hamburger Pressekammer und dessen Vorsitzenden
Buske. Medienanwalt Dr. Scherz vertritt dort häufig seine
Mandantschaft.
Im letzteren Fall scheint das Gericht
sich besonnen zu haben und hat die Verfügung aufgehoben, wie Rolf
Schälike berichtet. Im Fall der Bildzeitung gibt es noch keine
weiteren Informationen.
Diese Vorgänge sind alles andere als
banal. Wenn sich Gerichte allzu leicht instrumentalisieren lassen, um
private Interessen durchzusetzen, dann verlieren deren Entscheidungen
an Bedeutung. Weil sie spätestens in der Berufung sowieso kassiert
werden. Im Bereich des Presserechts, wo es meist um kurzfristige
Berichterstattung geht, entsprechen solch leichtfertige
Entscheidungen eher durchgesetzter Zensur. Kleine Medien und
Berichterstatter müssen sich hier beugen, Bild dagegen konnte es
sich leisten, das Berliner Urteil einfach zu ignorieren OskarMaria, 08. Mai 2009
Theodor Reppe, Domaininhaber von
wikileaks.de, braucht zur Zeit ein dickes Fell. Obwohl seine Domain
nur eine Weiterleitung auf die Originaldomain wikileaks.org
darstellt, muss er für deren veröffentlichte Inhalte den Kopf
hinhalten. Zunächst brachte ihm eine dort publizierte Liste aller in
Australien wegen Kinderpornographie gesperrten Domains eine
Hausdurchsuchung ein. Jetzt ging die Domain am Donnerstag, den 9.
April 2009 in den Denic-Transit. Die Weiterleitung auf wikileaks.org
funktioniert nicht mehr, stattdessen wird eine temporäre Denic-Seite
aufgerufen.
Wer hinter dieser Maßnahme steckt, ist im Moment
unklar. Klar allerdings ist, dass der Zeitpunkt der Aktion mit
Bedacht gewählt wurde. Denn über die Ostertage sind keine
Verantwortlichen zu erreichen, weder lässt sich die Domain reaktivieren,
noch können die Verursacher benannt werden. Der Betroffene Theodor
Reppe und sein Anwalt wissen von nichts.
OskarMaria, 12. April 2009
Rolf Schälike, Betreiber der bekannten
Buskeismus-Seite wäre ein Stalker . Das meint zumindest das
Landgericht Berlin, das einem Antrag auf einstweilige Verfügung
statt gab und Schälike verbot, einen Berliner Anwalt zu beleidigen,
ihm nachzustellen, unwahr über ihn zu schreiben und in irgendeiner
Form mit ihm in Kontakt zu treten. Auf Grund der letzten
Berichterstattung auf buskeismus dürfte es sich beim Antragsteller
um den Berliner Medienanwalt Scherz handeln.
Das Amtsgericht Charlottenburg hatte
zunächst den Antrag abgewiesen, eine Beschwerde beim Landgericht
Berlin war dann erfolgreich. „Die permanenten Veröffentlichungen
über den Antragsteller auf der Internetseite des Antragsgegners
www.buskeismus.de, das Zusenden von Grußkarten und Emails - zuletzt
am 25.02.2009 - stellen nach dem glaubhaften Vortrag des
Antragstellers eine unzumutbare Belästigung und ein wiederholtes
Nachstellen im Sinne des § 1 Abs.2 Ziff. 2 b) des
Gewaltschutzgesetztes dar, ohne dass dieses Verhalten durch
berechtigte Interessen des Antragsgegners gerechtfertigt wäre",
schreibt das Gericht in seiner Urteilsbegründung .
Abgesehen davon, dass die angesprochene Weihnachtskarte
und jene eMail eher ein Friedensangebot darstellen als eine
Belästigung, dreht das Berliner Landgericht den Sachverhalt einfach
um und macht den Täter zum Opfer. Denn eigentlich ist Rolf Schälike
ein Opfer von nachhaltigem Anwaltsstalking. Anwalt Scherz
überzieht den kritischen Gerichtsreporter mit einer Vielzahl von
Klagen, die alle nur ein Ziel verfolgen, jenen unbequemen Kritiker
zum Verstummen zu bringen. Denn meist geht es bei den Streitpunkten
nicht um wesentliche Dinge, sondern eher um Kleinigkeiten, die man
auch mit einem Anruf oder eMail hätte aus der Welt schaffen können.
Für Rolf Schälike ist die
Auseinandersetzung mit jenem Anwalt eine teure Angelegenheit. Das
stellt für eine nicht kommerzielle Webseite eine wesentliche Beeinträchtigung der Meinungsfreiheit dar. Das Gewaltschutzgesetz wurde erlassen, um Menschen vor aggressiven Partnern oder Stalkern zu schützen. Dass ein
Gericht aber einem Gerichtsreporter auf dieser Basis seine Tätigkeit verbieten will, stellt einen schwerwiegenden Eingriff in die Pressefreiheit dar, der
hoffentlich bald von einem höheren Gericht kassiert werden wird.
OskarMaria, 23. März 2009